Umdenken! Was tun gegen Überbevölkerung?

Angesichts der Gewissheit, dass im Jahr 2050 die Weltbevölkerung auf fast 10 Milliarden Menschen angewachsen sein wird – derzeit haben wir etwa 7,6 Milliarden –  kann man schon ins Grübeln kommen.

Und so grübeln auch Einige und haben schon wunderbare Vorschläge zur Eindämmung der Überbevölkerung verbreitet.

Das geht von staatlichen Hilfen für die Einkindehe über Zwangssterilisationen bis dazu, den Kampf gegen die Kleinkindsterblichkeit einzustellen. Das sind, versteht sich von selbst, alles Maßnahmen, die für Afrika, Asien und Südamerika ergrübelt worden sind.

Denn die weißen, westlich geprägten Menschen, das wissen wir ja längst, sind nun mal nicht so fortpflanzungsbesessen wie die, die auf der südlichen Hemisphäre leben.

Wenn man sich die Vorschläge genauer anschaut, dann fällt auf, dass es Handlungsbedarf offenbar in erster Linie dort gibt , wo die Überbevölkerung entsteht. Wenn man sich die Vorschläge noch ein wenig näher anschaut, dann sind sie alle mit dem Axiom der Menschenwürde unvereinbar.

Gelten denn die Grundrechte nur dort, wo sie in den jeweiligen Verfassungen stehen? Nein, dort sind sie nur im besten Falle einklagbar, aber an sich wird jeder Mensch mit dem ihm angeborenen Recht auf Wahrung seiner Würde geboren.

Die griechischen Philosophen unterschieden zwischen dem von Menschen gesetzten Recht, dem positiven Recht, und dem überpositiven Recht. Darunter verstanden sie all das, was dem Menschen als vernunftbegabtem Wesen bei der Geburt mitgegeben wird, unabhängig von Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Geburtsort oder Religion.

Wir sprechen von den Menschenrechten. Wenn wir diese für uns reklamieren, müssen wir akzeptieren, dass diese Rechte für alle gelten, auch dann, wenn viele Individuen sie nicht genießen oder einklagen können.

Die oben erwähnten Lösungen kann jeder sofort verstehen, packt das Übel an der Wurzel! Dass sie allem Hohn sprechen, was jedem von uns wichtig ist, scheint Nebensache zu sein. Man schert sich nicht um das geltende Recht, Hauptsach am Biertisch kann der Wähler „jawoll“ grölen.

Natürlich können wir etwas gegen die Überbevölkerung tun. Wichtigstes Ziel: Alle müssen in Arbeit und Brot kommen.

Derzeit verhindert die EU das. Einerseits können zu Weltmarktpreisen gehandelte Lebensmittel hier nicht verkauft werden. Die Bauern, deren Produkte subventioniert werden, würden Sturm laufen. Andererseits exportieren wir in diese Länder Molkereiprodukte oder die Teile von hier geschlachteten Hühnern, die zu essen wir zu kompliziert finden, ich denke da an Hühnerflügel.

Damit machen wir, ja wir, denn wir sind die EU Bürger, die Milchwirtschaft und die Geflügelzucht in weiten Teilen Afrikas und Asiens kaputt. Zu allem Überfluss subventioniert die EU solche Exporte auch noch, um ihren Absatz zu garantieren.

Es ist einfach widerlich, immer wieder hören zu müssen, man habe die Armut vor Ort zu bekämpfen, wenn zur gleichen Zeit unsere Wirtschaftspolitik die Möglichkeit, Arbeitsplätze zu schaffen, kaputtmacht!

Wenn wir in puncto Menschenrechte keine Pharisäer bleiben wollen, dann müssen wir abgeben.

Das Perverse ist, dass die populistischen Parteien und Bewegungen gerade die sind, die davor warnen, dass die Armutswelle über uns schwappen wird. Es sind aber eben auch genau sie, die gleichzeitig „Germany first“ schreien und nichts dagegen tun wollen, den armen Ländern eine Chance zu bieten, etwa zu lernen, dass der Wohlstand der Familie nicht durch Kinderreichtum sondern durch Arbeit und Einkommen gesichert wird.

Das können die Bewohner der armen und gleichzeitig überbevölkerten Länder aber nur dann lernen, wenn wir deren Arbeitsmöglichkeiten nicht systematisch torpedieren.

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